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US-Zentralbank: „Bitcoin ist unabhängig von Geldpolitik und Wirtschaftsdaten!“

Feb 11, 2023

Die Federal Reserve von New York hat ein wissenschaftliches Paper dazu veröffentlicht, wie der Bitcoin-Preis sowohl auf Wirtschaftsdaten als auch auf geldpolitische Ankündigungen reagiert. Überraschenderweise, selbst für die Autoren, wurde herausgefunden, dass der Bitcoin-Kurs davon weitestgehend unabhängig ist.

„In unserer empirischen Analyse, stellen wir fest, dass Bitcoin sowohl auf monetäre als auch auf makroökonomische Nachrichten nicht reagiert.“

– aus dem Paper

Überraschende Ergebnisse

In den letzten Monaten wirkte es zeitweise so, als wäre Bitcoin ein gehebeltes Derivat auf den US-amerikanischen Aktienmarkt. Die Korrelation zu den US-amerikanischen Aktienindizes S&P 500 und Nasdaq 100 war außerordentlich hoch. Da die traditionellen Finanzmärkte von Wirtschaftsdaten, wie den Arbeitslosen- oder Inflationszahlen und den Notenbanktagungen getrieben waren, haben auch Bitcoiner vermehrt ihr Augenmerk auf diese Art von Nachrichten gelenkt. Das auch nicht zu Unrecht: Wurden etwa die Zinsen stärker angehoben als erwartet, dann tauchten sowohl der Bitcoin-Preis als auch der Aktienmarkt zeitgleich ab.

Umso erstaunlicher ist es, dass die New York Fed nun anscheinend herausgefunden hat, dass der Bitcoin-Preis statistisch betrachtet von fast allen dieser Neuigkeiten komplett unabhängig ist.

Das Paper der New York Fed

In dem Paper mit dem Titel „The Bitcoin-Macro Disconnect“ geht es den Autoren darum, herauszufinden, wie stark der Bitcoin-Preis von Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Geldpolitik abhängt. Die Autoren, Gianluca Benigno und Carlo Rosa sind respektive waren Mitarbeiter der New Yorker Federal Reserve. Observiert haben sie die Preisreaktion des Bitcoin auf die Veröffentlichung von mitunter Zinsänderungen, Arbeitsmarktdaten und Inflationszahlen.

Ein Beispiel, das in dem Paper grafisch aufbereitet wurde, sind die Marktreaktionen auf die Pressemitteilung der US-Notenbanktagung (FOMC-Meeting) im Juni 2021. Das FOMC-Statement überraschte den Markt negativ, da stärkere und schnellere Zinsanhebungen als erwartet signalisiert wurden. Die Veröffentlichung wirkte sich unmittelbar auf den Edelmetall-, Devisen- und Aktienmarkt aus – nicht aber auf den Bitcoin-Preis, erklären die Autoren.

Marktreaktionen auf das FOMC-Statement (16.06.2021)
Quelle: New York Fed

Insgesamt wurde ein sehr großer Datensatz angesehen: Die Preisreaktionen (in US-Dollar gemessen) von Währungen, Gold, Silber, dem S&P 500 und Bitcoin auf viele verschiedene Veröffentlichungen. Für die Reaktionen des Bitcoin-Preises wurde der Bitcoin-Kurs in dem Zeitraum von Januar 2017 bis Dezember 2022 berücksichtigt, weil Bitcoin laut den Autoren seit dem Jahr 2017 ein reiferes Stadium erreicht hat.

Die Ergebnisse

Statistisch signifikant (am 5-%-Signifikanzniveau) reagierte der Bitcoin-Kurs nur auf Änderungen der Markterwartung bezüglich des künftigen US-Leitzinses (“Path“) und auf die Inflationszahlen (exklusive Essen und Energie). Das bedeutet, dass es nur eine 5%-Chance gibt, dass diese Reaktionen rein zufällig aufgetreten sind. Die Reaktion auf “Path“ war jedoch nicht robust, also bei kleinen Datenänderungen nicht mehr statistisch signifikant. Von anderen unerwarteten Neuigkeiten über etwa tatsächliche Zinsänderungen (“Target“), Anleihekaufprogramme (“LSAP“), Arbeitsmarktdaten sowie andere Wirtschaftsindikatoren war der Bitcoin-Kurs gänzlich unabhängig. Währungen, Edelmetalle und der US-amerikanische Aktienindex S&P 500 waren hingegen meist von den Neuigkeiten statistisch signifikant abhängig.

Statistische Signifikanz: *** (1-%-Niveau) > ** (5-%-Niveau) > * (10-%-Niveau)

Die Autoren fassen die Daten wie folgt zusammen:

„[… ]während andere US-Vermögenswerte sowohl auf das Ziel und den Pfad der Geldpolitik reagieren, reagiert Bitcoin nicht auf unerwartete Änderungen des kurzfristigen Zinssatzes, während seine Reaktion auf Nachrichten über den zukünftigen Kurs der Geldpolitik nicht robust ist.“

„Im krassen Gegensatz zu anderen US-Vermögenswerten […] zeigen diese Ergebnisse, dass Bitcoin nicht systematisch auf Nachrichten über die makroökonomischen Fundamentaldaten der USA reagiert.“

– aus dem Paper

Fazit

Bitcoin ist überraschenderweise also weitestgehend losgelöst von geldpolitischen und makroökonomischen Neuigkeiten. Nur die Inflationszahlen haben einen sowohl statistisch signifikanten als auch robusten Effekt auf den Bitcoin-Kurs in den letzten sechs Jahren gehabt. Die Ergebnisse haben auch die Autoren überrascht. Sie gingen nämlich davon aus, dass Bitcoin als ein Vermögenswert ohne “inneren Wert“ unmittelbar auf Zinsänderungen reagieren müsste. Der aktuelle Bitcoin-Preis sollte laut den Autoren durch eine Abzinsung des erwarteten zukünftigen Wertes bestimmt werden und somit eben direkt vom Zinsniveau abhängig sein. Dennoch erkennen sie Bitcoin als einen Wertespeicher an:

„Bitcoin hat die meisten Eigenschaften eines Wertaufbewahrungsmittels, wie z. B. Gold. Die Anzahl der Einheiten ist endlich und sie können verwendet werden, um Wert zu halten und zu übertragen.“

– aus dem Paper

Als Bitcoiner wünscht man sich in aller Regel, dass sich der Bitcoin-Preis von den traditionellen Märkten entkoppelt. Wenn man Bitcoin als ein alternatives Geldsystem versteht, dann sollte der Wert (in Kaufkraft gemessen) nämlich auch primär durch die Adoption beziehungsweise den Nutzen getrieben sein und nicht durch etwa die Aktienmärkte. Für reine Investoren kann eine Entkopplung zudem auch wünschenswert sein, da ein losgelöster Vermögenswert für eine bessere Diversifikation des Portfolios sorgen kann. Wenn der Bitcoin-Kurs beispielsweise steigt oder seitwärts handelt, wenn die Aktienmärkte fallen, dann kann eine Beimischung von Bitcoin zu einem Aktienportfolio die Schwankungsbreite des Gesamtportfolios stark reduzieren.

Nichtsdestotrotz ist die Korrelation zwischen Bitcoin und dem US-amerikanischen Aktienmarkt noch recht hoch – Auch wenn Bitcoin anscheinend unabhängig von Neuigkeiten ist, die die Finanzmärkte treiben. Aktuell liegt die Korrelation von Bitcoin zum Nasdaq sowie zum S&P 500 bei etwa 0,9. Das bedeutet, dass eine starke positive Korrelation vorliegt – Bei einem Wert von 1 würden eine perfekte lineare Beziehung zwischen den Variablen vorliegen.

BTC Korrelation mit Nasdaq (schwarz) und S&P 500 (rot) seit dem Jahr 2019 – Quelle: The Block

Es wird weiterhin spannend zu beobachten sein, ob Bitcoin sich eines Tages gänzlich von den traditionellen Finanzmärkten entkoppeln kann oder ob Bitcoin mit einer zunehmenden Reife nicht doch noch stark abhängig von markttreibenden Nachrichten wird.


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