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Tinder wischt das Metaverse weg

Aug 9, 2022

Mehr als zwei Dates wurden es leider nicht. Nachdem die Match Group – zu der Tinder gehört – im Oktober 2021 noch große Ambitionen hatte, die Dating-App in neue Sphären zu führen, ist das Kennenlernen vorerst beendet. 

Im Tinderverse wollte man Liebessuchenden ursprünglich Raum geben, um sich virtuell kennenzulernen. Nun scheint mit den digitalen Dating-Plänen zunächst Schluss zu sein. Im aktuellen Aktionärsbrief äußern sich CEO Bernard Kim und Gary Swidler, COO und CFO zum weiteren Vorgehen:

Ich glaube, dass ein Metaverse-Dating-Erlebnis wichtig ist, um die nächste Generation von Nutzern zu gewinnen und Hyperconnect hat in diesem Bereich an neuen Innovationen gearbeitet. Doch aufgrund der Ungewissheit darüber, wie das Metaverse schlussendlich aussehen wird und was funktionieren wird und was nicht, sowie angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen habe ich das Hyperconnect-Team angewiesen, zu iterieren, aber derzeit nicht stark in das Metaversum zu investieren

Hyperconnect ist ein koreanischer Chat-App-Entwickler, den die Match Group letztes Jahr für 1,73 Milliarden US-Dollar aufkaufte. Aus dem Hause Hyperconnect entstanden die beiden Apps Hakuna Live und Azar.

Beide Apps ermöglichen das Live-Video-Chatting. Das Unternehmen entwickelte zudem eine leistungsfähige Peer-to-Peer-Verbindung, wodurch Nutzerinteraktionen ohne Vermittlungsserver funktionieren.

Die “Swipe-Nights”

Mit der aufgekauften Innovationskraft brachte Tinder das Projekt “Swipe-Night” an den Start. Hierbei handelt es sich um eine interaktive Video-Geschichte. Alle Tinder-Nutzer konnten im September 2020 und November 2021 auf die Video-Applikation in der App klicken. Dann begann sich ein Film abzuspielen, der zunächst für alle Nutzer gleich startete. 

An strategisch wichtigen Punkten stoppte das Video und ließ den Zuschauer bestimmen, wie der Handlungsstrang weitergehen soll. Oftmals handelte es sich bei den Entscheidungen, an denen nach links oder rechts gewischt werden musste, um moralische Fragestellungen. Die Entscheidungen, die ein Nutzer traf, waren dann im öffentlichen Tinderprofil sichtbar.

Virtuelle Währung auf Tinder?

Mit dem Tinder-Coin plante man, eine virtuelle Währung in die Dating-App zu integrieren. Dabei sollte der Coin nicht nur monetär zu erwerben sein. Auch das Vervollständigen des Profils sollte mit den Tinder-Coins belohnt werden.

Während es im dritten Quartalsbericht 2021 noch hieß, dass die virtuelle Währung einfach und effizient wäre und zu Umsatzgewinnen beitragen könne, rudert man im aktuellen Bericht deutlich zurück. 

Nachdem wir gemischte Ergebnisse beim Testen von Tinder-Coins gesehen haben, haben wir beschlossen, einen Schritt zurückzutreten und diese Initiative zu überdenken, damit sie effektiver zu den Einnahmen von Tinder beitragen kann

Etwa 10 Millionen US-Dollar hatte die Match Group im Zusammenhang mit der Übernahme des Unternehmens Hyperconnect verloren. 

Ob es allerdings eine endgültige Trennung zwischen Tinder und dem Metaverse ist, bleibt abzuwarten.

Wir werden diesen Bereich weiterhin sorgfältig evaluieren und zu gegebener Zeit einen weiteren Schritt in Erwägung ziehen, wenn wir mehr Klarheit über die Gesamtchance haben und das Gefühl haben, dass wir einen Service haben, der gut positioniert ist, um erfolgreich zu sein. 

Im Quartalsbericht möchte man dem Metaverse-Bereich noch nicht endgültig den Rücken kehren. Es bleibt also weiterhin spannend, wie sich die laut Statista erfolgreichste Lifestyle-App weltweit aus dem Jahr 2022 entwickelt.

Wie einige andere Unternehmen nutzt Tinder den Begriff “Metaverse” für immersive, digitale Erlebnisse. Ob in Zukunft vielleicht auch das Tinderverse und die Tinder-Coins auf einer Blockchain sitzen, bleibt abzuwarten.

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Quelle: BTC Echo

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