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Stromknappheit wegen Hitzewelle: Bitcoin-Miner in Texas schalten Geräte ab

Jul 17, 2022

Der US-Bundesstaat Texas leidet bereits seit mehreren Wochen unter einer anhaltenden Hitzewelle und Temperaturen von teils über 40° Celsius. Die dadurch verursachte vermehrte Nutzung von Klimaanlagen, einerseits in der Industrie andererseits für das Herabkühlen der Wohnungen und Eigenheime von Privatpersonen sorgt für eine sehr hohe Nachfrage nach Strom. Da fast ein Viertel des Stroms in Texas durch Windkraft erzeugt wird und der Wind aufgrund der Wetterlage derzeit ebenfalls größtenteils ausbleibt, steht das ohnehin schon sehr angespannte Stromnetz unter starkem Druck. Texanische Mining-Farmen schalteten nun einen Großteil ihrer Geräte ab, um das Netz zu stabilisieren.

Netzbetreiber bittet um Mithilfe

Aufgrund der angespannten Lage bat der texanische Netzbetreiber ERCOT (Electric Reliability Council of Texas) kürzlich Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger darum, möglichst viel Strom zu sparen, um eine Überlastung und einen drohenden Totalausfall des Netzes zu verhindern. Besonders in den Kernzeiten zwischen 14 und 20 Uhr sei ein Mangel an Reservekapazität zu befürchten, so ERCOT.

„Angesichts des extrem heißen Wetters, das in ganz Texas zu einer Rekordnachfrage nach Strom führt, ruft das Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) die texanische Bevölkerung und texanische Unternehmen dazu auf […] freiwillig Strom zu sparen. […] ERCOT setzt weiterhin alle verfügbaren Instrumente ein, um das Netz effektiv und zuverlässig zu verwalten, einschließlich des Einsatzes von Reservestrom und der Einbeziehung großer Stromkunden, die sich freiwillig bereit erklärt haben, ihren Stromverbrauch zu senken.“

-Auszug aus der Pressemitteilung des Netzbetreibers

Miner kommen der Bitte nach

Zu den großen Stromkunden, die freiwillig den eigenen Stromverbrauch reduziert haben, gehören auch die texanischen Bitcoin-Miningbetriebe. Der „Lone Star State“ ist spätestens seitdem die Volksrepublik China das Schürfen von Bitcoin und anderen Kryptowährungen aus dem eigenen Land verbannte zu einem der weltweit größten Standorte für das Bitcoin-Mining herangewachsen. Laut der offiziellen Angaben des Texas Blockcain Councils beläuft sich der von Mining-Farmen verwendete Strom auf etwa ein Gigawatt und damit bereits auf etwa 1% der gesamten Netzkapazität in Texas. Dieser Strom konnte nun durch die Abschaltung der ASIC-Geräte eingespart und zur Stabilisierung des Netzes verwendet werden.

Lee Bratcher, der Präsident des Texas Blockchain Councils, bestätigte das Vorgehen und bekräftigte, dass die Mining-Unternehmen nur ihrer Pflicht als „gute Staatsbürger“ nachgekommen seien.

Die Riot Blockhain Mining-Farm in Rockdale, Texas. Quelle: Riot Blockchain

Altruismus in Reinform?

Allerdings war ausgeprägtes Pflichtbewusstsein und Altruismus in Reinform natürlich nicht der einzige Grund für die Miner, die eigenen Geräte und somit ihre Geschäftsgrundlage einfach abzuschalten. Auch finanzielle Motive spielten dabei eine größere Rolle. Denn der Netzbetrieber ERCOT vermittelt sogenannte „Demand-Response“-Vereinbarungen, die Industriebetriebe, darunter auch einige Bitcoin-Miner, dafür bezahlen, dass sie ihren Betrieb in Zeiten hoher Nachfrage herunterfahren, um dem Netz mehr Strom und damit eine höhere Stabilität zur Verfügung zu stellen. Für Bitcoin-Miner, die ihren Betrieb gewissermaßen mit dem Umlegen eines Schalters ein- und ausschalten können, ergibt es durchaus Sinn, die ERCOT-Auszahlung anzunehmen, anstatt in Zeiten knapper Stromversorgung weiter Bitcoin zu minen. Zumal die Rentabilität der Miner aufgrund des stark gefallenen BTC-Preises und der im Zuge der Hitzewelle gestiegenen Strompreise ohnehin stark zurückging.

Fazit

Es war nicht das erste Mal, dass die texanischen Miningbetriebe dem Netzbetreiber unter die Arme griffen. Da das Mining ein enorm flexibles Business ist, das wortwörtlich innerhalb von Sekunden an- oder abgeschaltet werden kann, sind entsprechende Betriebe ideale Kunden für „Demand-Response“-Vereinbarungen. Die aktuelle Lage in Texas demonstriert toll, wie das Bitcoin-Mining bei einem weiteren Ausbau tatsächlich einen positiven Einfluss auf Stromnetze nehmen kann. Gerade in Staaten wie Texas, wo das Netz unabhängig von den umliegenden Bundesstaaten betrieben wird und deswegen nicht auf einen Lastenausgleich zurückgreifen kann und aufgrund dessen des Öfteren unter Druck steht. Kritiker werden zwar behaupten noch besser als das Abschalten der Miningfarmen, um Strom zu sparen, wäre es gewesen, diese überhaupt nicht erst zu bauen. Allerdings vergessen diese Leute, dass es auch Zeiten mit lokalem Energieüberschuss gibt und das Mining auch hierfür ein idealer Abnehmer ist, um diesen zu monetarisieren. Gegebenenfalls würde es sogar für Netzbetreiber wie ERCOT langfristig Sinn ergeben, selbst zu minen – Nicht mit der Aussicht auf Gewinnmaximierung, sondern als flexibler Akteur im Netz, der überschüssige Energie zu Geld macht, aber bei Bedarf in kurzer Zeit abgeschaltet werden kann. Eine Schwarz-Weiß-Betrachtung, wie sie beim Bitcoin-Mining primär im Hinblick auf den Stromverbrauch der Mining-Farmen angewendet wird, ist in jedem Fall nicht zielführend. Dies wurde abermals eindrucksvoll bewiesen.


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