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Parabolic SAR Indikator – Erklärung und Anwendung für Trader

Dez 23, 2022

Der Parabolic SAR Indikator (SAR steht für “Stop and Reverse”) wurde von J. Welles Wilder entwickelt.

Er war Rohstofftrader und ein einflussreicher technischer Analyst.

In seinem Buch New Concepts in Technical Trading Systems (Neue Konzepte in technischen Trading-Systemen) hat er einige Meilensteine moderner technischen Analysemethoden eingeführt.

Dazu zählt die Average True Range (ATR) und der RelativeStrength-Index (RSI).

Parabolic SAR spiegelt die Richtung des zugrunde liegenden Basiswerts wider.

Der Indikator wird zur Trendbestimmung genutzt. Er basiert auf der Annahme, dass die Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr auf fortlaufender Dauer des Trends bestimmt.

Wenn ein neues Hoch oder ein neues Tief erreicht wird, nähern sich jedes Mal die SAR-Punkte mit einem Beschleunigungsfaktor den Kursen.

Parabolic SAR: Erklärung

Der Parabolic SAR Indikator ähnelt einer Parabel und zeigt nicht nur Trendverläufe an.

Beim Erreichen einer festgelegten Stoppmarke, kann er auch anzeigen, wann eine Positionierung geändert werden sollte bzw. wann eine Umkehr des Trends stattfindet.

Um den Trend des Kurses anzuzeigen und um Ein- und Ausstiegssignale zu generieren, nutzt der Parabolic SAR Punkte oberhalb und unterhalb des Kurses.

Die grünen Punkte unterhalb des Kurses zeigen einen Aufwärtstrend an. Die roten Punkte oberhalb des Kurses zeigen einen Abwärtstrend an.

Ein neuer roter Punkt hat aufgrund der Berechnungsvorschriften immer einen kleineren Wert als der vorherige Punkt. Hingegen hat der grüne Punkt immer einen größeren Wert als der vorherige Punkt.

Eine Linie von aufeinanderfolgenden grünen Punkten steigt immer weiter an, während eine Linie von roten Punkten kontinuierlich fällt.

Wenn der Kurs die Punktelinie durchbricht, erfolgt ein Trendwechsel.

Wenn der Kurs über den Wert des letzten roten Punktes steigt, ist der Abwärtstrend beendet. Der Beginn eines neuen Aufwärtstrends wird dann durch einen grünen Punkt unterhalb des Kurses markiert.

Ein Aufwärtstrend ist beendet, wenn der Kurs unter den letzten grünen Punkt fällt.

Der Trendwechsel wird von vielen Tradern als Einstiegssignal für eine neue Position genutzt.

Ein Kaufsignal entsteht, wenn die rote Punktelinie durchbrochen wird.

Ein Verkaufssignal entsteht, wenn der Kurs unter den letzten grünen Punkt fällt.

Dabei kann die Punktelinie einen bedeutenden Einfluss auf die Anzahl der Trades haben.

Je steiler die Punktelinie verläuft, desto häufiger durchbricht der Kurs die Punktelinie und desto häufiger wird ein Trendwechsel signalisiert.

Parabolic SAR Indikator in Tradingview und im Metatrader

Im Folgenden zeige ich dir, wie du den Parabolic SAR Indikator in Tradingview und im Metatrader hinzufügen kannst.

Die Standardeinstellungen für den Indikator sind bei beiden Handelsplattformen identisch und orientieren sich an den klassischen Werten des Entwicklers J. Welles Wilder.

Tradingview:

Wenn du Tradingview geöffnet hast, so musst du zunächst den Reiter “Indikatoren” in der oberen Menüleiste wählen.

Nun öffnet sich ein neues Fenster und du kannst in der Suchleiste nach “Parabolic SAR” suchen. Mit einem Linksklick auf das Ergebnis wird der Indikator hinzugefügt.

Der Indikator wird dann oben links im Chart angezeigt und mit einem Linksklick auf das “Zahnrad” Symbol können individuelle Einstellungen vorgenommen werden.

parabolic sar

Metatrader:

Wenn du den Metatrader geöffnet hast, so musst du zunächst den Reiter “Einfügen” in der oberen Menüleiste wählen und dann den Reiter “Indikatoren”.

In der Kategorie “Tendenz” kannst du dann den Parabolic SAR auswählen. Nun öffnet sich ein neues Fenster, indem du individuelle Einstellungen vornehmen kannst.

Mit einem Linksklick auf “OK” wird der Indikator hinzugefügt.

parabolic sar

Parabolic SAR: Einstellungen

Der Indikator hat nur zwei Einstellungen: Schritt und Maximum.

Schritt ist der Beschleunigungsfaktor und der Standardwert ist bei 0,02 festgelegt.

Dies beschreibt den Startwert und den Wert, um den die Variable schrittweise erhöht wird, wann immer ein neuer Extrempunkt erreicht wird, bis hin zu dem Wert der unter Maximum festgelegt wurde.

Der Standardwert für das Maximum liegt bei 0,20.

Auf die Frage welche Einstellungen die besten für den Parabolic SAR Indikator sind, gibt es keine eindeutige Antwort. Dies hängt von deinem persönlichen Trading-Stil ab.

Dabei spielt es auch eine Rolle, in welchem Zeitrahmen du handelst und welche Strategien du verfolgst.

Welche Werte sich gut für dich eignen, findest du am besten durch Üben und Experimentieren heraus.

Die Standardwerte sind aber prinzipiell ein guter Startpunkt.

Im Allgemeinen kann man sagen:

Je kleiner der Beschleunigungsfaktor ist, desto ungenauer wird der Indikator dem Kurs folgen.

Je größer der Beschleunigungsfaktor ist, desto genauer wird der Indikator dem Kurs folgen.

Daraus kann man ableiten, dass eine Umkehr bei einem hohen Beschleunigungsfaktor wahrscheinlicher wird.

Allerdings solltest du darauf achten, keinen zu hohen Beschleunigungsfaktor zu benutzen, da der Indikator ansonsten zu leicht eine Umkehr angibt und der Trend so nicht wirklich ausgenutzt werden kann.

J. Welles Wilder fand, dass für Ihn persönlich der Standardwert von 0.02 am besten funktioniert hat. Er gab aber auch an, dass alles zwischen 0.18 und 0.021 noch immer gut funktionieren kann.

Allerdings empfiehlt er, den Maximalwert nicht höher als 0.22 zu setzten.

Die tatsächlichen Idealwerte für dein Trading-System lassen sich wohl nur durch Ausprobieren und Testen ergründen.

Parabolic SAR: Berechnung der Punkte

Die Berechnung der Position der einzelnen Punkte sollte standardmäßig von der Chartsoftware durchgeführt werden. Dennoch ist es sinnvoll zu wissen, wie die Werte für die einzelnen Punkte berechnet werden.

Zur Berechnung der Punkte werden die gestrigen Werte betrachtet. Jeder Punkt wird dabei aus den Werten des Vortags berechnet.

Die Formel der Berechnung lautet wie folgt:

SAR = SAR n-1 + (AF * (EP last – SAR n-1))

wobei:

SAR = aktueller SAR-Wert
SAR n-1 = Vortages SAR-Wert
EP = Extremkurs
AF = Akzelerationsfaktor (Beschleunigungsfaktor)

Wie wir sehen können, berechnet sich also der neue Punkt aus den Werten des vorherigen Kurses, des Akzelerationsfaktors und des Extremkurses.

Bei dem Extremkurs handelt es sich um den höchsten oder tiefsten Punkt des bestehenden Trends.

Wenn der letzte Punkt ein grüner Punkt war, dann liegt ein Aufwärtstrend vor und der Extremkurs ist der höchste Wert des Trends.

Hingegen ist bei einem Abwärtstrend der Extremkurs der tiefste Wert des Trends.

Parabolic SAR: Strategie

Der Parabolic SAR ist ein Indikator, der konstante Ausbrüche liefert.

Jedes Mal, wenn der Indikator auf die andere Seite des Kurses umschlägt, könnte dies als Trendumkehr oder Trendbruch betrachtet werden.

Daher besteht eine der einfachsten Ausbruchsstrategien darin, auf ein parabolisches SAR-Handelssignal zu warten, um nach einem Pullback in die Trendrichtung einzusteigen.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass der Trend aufwärtsgerichtet ist und der Kurs sich insgesamt nach oben bewegt. Wenn der parabolische SAR über den Kurs kippt, bedeutet dies, dass er sich nun nach unten bewegt und ein Pullback einsetzt.

Unten sieht man es an einem Beispiel anhand eines Apple-Aktiencharts.

parabolic sar

Der Kurs befindet sich in einem intakten Aufwärtstrend und die Punktelinie des Parabolic SAR-Indikators verläuft größtenteils unterhalb des Kurses.

Sobald es zu einer Korrektur kommt, verläuft die Punktelinie oberhalb des Kurses.

Das Einstiegssignal entsteht nun, wenn der Kurs die Punktelinie von unten nach oben kreuzt.

Als Absicherungsmaßnahme für den Trade könnte man den Stop-Loss beispielsweise unterhalb des letzten Tiefpunktes platzieren.

Das System ist das gleiche für einen Abwärtstrend und für einen möglichen Short-Trade.

Wenn sich der Kurs in einem Abwärtstrend befindet, so verläuft die Punktelinie oberhalb des Kurses.

Sobald es zu einer Korrektur kommt, verläuft die Punktelinie unterhalb des Kurses.

Das Einstiegssignal entsteht, wenn der Kurs die Punktelinie von oben nach unten kreuzt.

Den Stop-Loss könnte man in diesem Fall oberhalb des letzten Hochpunktes platzieren.

Diese Breakout-Strategie funktioniert am besten, wenn sich der Basiswert in einem klaren Aufwärts- bzw. Abwärtstrend.

Wenn es keinen klaren Trend gibt und der Basiswert sich in einer Seitwärtsphase befindet, so sollte man diese Strategie besser nicht anwenden.

Fazit

Der Parabolic SAR (Stop and Reverse) ist ein Indikator, der in der technischen Analyse verwendet wird, um die Trendrichtung von Basiswerten zu bestimmen und potenzielle Einstieg- und Ausstiegszeitpunkte zu identifizieren.

Der Indikator wird als Reihe von Punkten über dem Preiskanal eines Basiswerts dargestellt und zeigt an, ob der Trend aufwärts (die Punkte befinden sich unter dem Preiskanal) oder abwärts (die Punkte befinden sich über dem Preiskanal) ist.

Wenn sich der Indikator umkehrt und die Punkte sich auf der anderen Seite des Preiskanals befinden, deutet dies auf eine Trendumkehr hin.

Ein wichtiger Vorteil des Parabolic SAR ist, dass er schnell auf Änderungen im Trend reagiert und somit schnelle Einstieg- und Ausstiegszeitpunkte liefern kann.

Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass der Indikator nur begrenzte Informationen über die Stärke oder Schwäche eines Trends liefert und daher nicht als alleiniges Analysewerkzeug verwendet werden sollte.

Insgesamt ist der Parabolic SAR ein nützlicher Indikator, der jedoch in Kombination mit anderen Indikatoren und Analysemethoden verwendet werden sollte, um ein umfassenderes Bild der Marktlage zu erhalten.

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Bis demnächst und gute Trades!

Lukas

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Quelle: Trading Freaks

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