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Neue Daten zur Energienutzung von Bitcoin: Energiemix zu 59,4 % nachhaltig

Okt 20, 2022

Das Bitcoin Mining Council (BMC) hat die Daten zur Energienutzung des Bitcoin für das dritte Quartal (Q3) 2022 vorgestellt. Aus den Daten geht hervor, dass die Energienutzung für das Bitcoin-Mining immer effizienter wird und auch ist es das sechste Quartal in Folge, in dem der Bitcoin-Energiemix zu mehr als der Hälfte nachhaltig ist.

Das BMC ist ein freiwilliger Zusammenschluss aus Bitcoin-Mining-Unternehmen aus der ganzen Welt und die Mitglieder sind Stand Q3 2022 für 45,4 % der gesamten Bitcoin-Hashrate verantwortlich. Aktuell sind es 50 Mitglieder, die aber überwiegend in Nordamerika aktiv sind.

Es gibt verschiedene Datenerhebungen zum Bitcoin-Energiemix, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Das BMC präsentiert in der Regel bessere/positivere Daten als der Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index, erhält die Daten jedoch direkt aus der Industrie, wohingegen die der Cambridge Universität lediglich auf Schätzungen basieren.

Bitcoin-Energiemix weltweit zu 59,4 % nachhaltig

Das Bitcoin-Mining wurde im Q3 2022 zu 59,4 % mit nachhaltiger Energie betrieben. Das ist ein marginaler Rückgang um 10 Basispunkte im Vergleich zum Vorquartal. Der Energiemix der Mitglieder des BMCs ist hingegen zu 67,8 % nachhaltig und somit um einen Prozentpunkt im Vergleich zu Q2 2022 gestiegen. Das heißt auch, dass die Mining-Unternehmen, die nicht Teil des Zusammenschlusses sind, weniger auf nachhaltige Energiequellen zurückgreifen.

Anhand der Daten des BMC bezieht das globale Bitcoin-Mining auch weiterhin einen nachhaltigeren Energiemix als die EU (43,5 %) oder die USA (31,4 %).

Als nachhaltig wird hierbei Wind-, Solar- und Atomenergie sowie Geothermie und Wasserstoff eingeordnet.

Anteil nachhaltiger Energie für Bitcoin-Mining über die letzten Quartale

Bitcoin-Mining macht laut den Daten aktuell 0,16 % des weltweiten Energieverbrauchs und 0,1 % der weltweiten CO₂-Emissionen aus. Das sind jeweils leicht höhere Zahlen als im letzten Quartal, das war aber durch die immer neuen Höchststände bei der Bitcoin-Hashrate zu erwarten.

Bitcoin-Mining deutlich effizienter

Höchst interessant ist auch, dass die Bitcoin-Hashrate im Vergleich zum Vorjahresquartal um 73 % gestiegen ist, während die Energienutzung in der gleichen Zeit nur um 41 % zunahm. Das heißt, dass die Effizienz des Bitcoin-Minings um 23 % zugenommen hat.

Demnach muss man zwingend differenzieren: Der Energieverbrauch und die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks (Hashrate) steigen nicht zwangsläufig in gleichem Maße.

„Die Sicherheit des Bitcoin kommt nicht von der Energienutzung an sich, sondern von der Nutzung kryptografisch gehashter Energie, der Krypto-Energie.“

Michael Saylor in der Präsentation

Das Bitcoin-Mining wird effizienter durch bessere Geräte, die weniger Energie für die gleiche oder mehr Leistung benötigen. Demnach sind auch Fortschritte in der Halbleiter-Industrie förderlich für die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks. Über die letzten acht Jahre ist Bitcoin zu minen 58 Mal effizienter geworden und das BMC geht davon aus, dass es auch in der Zukunft weitere Effizienzgewinne zu verzeichnen geben wird.

99 % der “Krypto-Energie“ für Bitcoin aufgebracht

Nachdem die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum vor mehreren Wochen auf Proof-of-Stake umgestiegen ist, fließt nun 99 % der globalen Hashrate in das Bitcoin-Netzwerk.

Bei Proof-of-Stake wird nämlich nicht mehr Rechenleistung aufgebracht, um neue Blöcke anzuhängen, sondern die Validatoren eines Netzwerks sind dazu befugt.

Das reduziert die Energienutzung, führt aber zu einigen Problemen, auf die auch in der Präsentation eingegangen wurde.

„Wenn man von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake wechselt, dann wechselt man letztlich Krypto-Energie gegen Menschen oder Institutionen als die Sicherheitsgrundlage aus.“

„Wenn man die Energie aus einem Rohstoff entfernt, dann erhält man ein Wertpapier.“

Michael Saylor in der Präsentation

Anteil des Bitcoin-Netzwerks an der globalen Hashrate.
Quelle: BMC

Michael Saylor stellt hier also nochmals heraus, dass Bitcoin somit das einzig relevante Netzwerk ist, das man als Rohstoff klassifizieren kann. Diese Meinung teilt auch Gary Gensler, der Vorsitzende der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde, der Ethereum mittlerweile auch als Wertpapier einstufen würde.

Fazit

Sehr viel hat sich im Vergleich zum letzten Quartal nicht getan, aber der Trend zu einem nachhaltigeren Bitcoin-Netzwerk scheint intakt zu sein. Bitcoin-Mining ist nach wie vor aufgrund von Ortsabhängigkeit und Flexibilität eine der Industrien mit dem besten Energiemix.

An dieser Stelle muss noch einmal erwähnt werden, dass die Daten des BMC sich recht stark von denen der Universität Cambridge unterscheiden, laut denen der Bitcoin-Energiemix nur zu unter 40 % nachhaltig ist. Die Daten des BMCs sollten zwar auch mit Vorsicht genossen werden, da natürlich die Mining-Unternehmen innerhalb des Zusammenschlusses ein Interesse daran haben, dass das Bitcoin-Netzwerk als möglichst nachhaltig wahrgenommen wird. Das kann vor Verboten schützen und den Bitcoin-Preis unter Umständen beflügeln. Letztlich beruhen nämlich die Daten auf Befragungen der teilnehmenden Mining-Unternehmen. Nachdem aber auch die US-Demokraten im Frühjahr die Miningunternehmen zur Herausgabe von Daten aufgefordert hatten, wurden deren Berichte nicht angezweifelt. Zudem stehen die Unternehmen in den USA auch in engem Kontakt mit den Behörden. Ein gewisses Vertrauen in die Industriedaten sollte demnach grundsätzlich vorhanden sein.

Bei den abweichenden Cambridge-Daten wurde wiederum lediglich der Energiemix der jeweiligen Region auf die dort operierenden Mining-Unternehmen übertragen. Das ist natürlich nicht wirklich zielführend und anfällig für Fehler. Hierbei stellt sich die offene Frage, warum die Cambridge Universität, aber auch andere Studien, die Industriedaten der Mining-Unternehmen überhaupt nicht einbeziehen, um ein besseres Ergebnis zu erhalten. Schließlich würde es im Rahmen solcher Studien Sinn ergeben, vorhandene Industriedaten zu verifizieren und übernehmen und nur für die fehlenden Daten Schätzungen anzustellen. Dies würde die Ergebnisqualität immerhin deutlich verbessern.


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Quelle: Blocktrainer

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