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Kryptowährungen Am Besten Erklärt 2021

Gerüchte um weltgrößte Kryptobörse: Ist die Angst vor einer Binance-Pleite berechtigt?

Dez 17, 2022

In den vergangenen Tagen verbreiteten sich zusehends Gerüchte um eine mögliche Pleite von Binance, der weltgrößten Börse für Kryptowährungen. Ein Zusammenbrechen der Plattform hätte fatale Auswirkungen auf den gesamten Markt. Es gibt bereits einige „rote Flaggen“, welche die finanzielle Stabilität der Plattform infrage stellen. Dem gegenüber stehen jedoch auch Stimmen, die das ganze Thema lediglich für „FUD“ (fear, uncertainty, doubt) halten.

Mazars löscht Bericht

Um die Gemüter im Nachgang zur FTX-Pleite zu beruhigen und etwaige Spekulationen direkt im Keim zu ersticken, hatte Binance eine Prüfung der eigenen Reserven durch eine renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Auftrag gegeben. Der daraufhin veröffentlichte Bericht warf jedoch zahlreiche Fragen auf und feuerte die Gerüchte tatsächlich eher an, als das Gegenteil zu bewirken. Obwohl die Reserven von Binance laut der Mazars Group, die diesen „Proof-of-Reserves“ für Binance erbringen sollte, vollständig gedeckt sind, gaben die Auditoren am Ende des Berichts keine Stellungnahme oder Schlussfolgerung ab, was bedeutet, dass das Unternehmen nicht für die Zahlen bürge. Ebenso ging der Bericht nicht auf die internen Finanzkontrollen von Binance ein.

Die Mazars Group hat den Bericht mittlerweile von ihrer Website gelöscht und alle Arbeiten mit der Börse und anderen Kunden aus dem Bereich der Kryptowährungen eingestellt. Die Entscheidung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Beziehungen zu Binance zu kappen, hat die Sorgen um die Börse noch verstärkt.

Interview füttert Gerüchteküche

Überdies erschien der CEO von Binance, Changpeng „CZ“ Zhao, auf CNBC und wurde gefragt, warum die Börse keine Prüfung von einer „Big Four“-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erhalten hat. CZ antwortete, dass diese Firmen nicht wissen, wie man Kryptowährungsbörsen prüft, was eher wie eine Ausrede klang. Gleichzeitig versicherte er jedoch, dass geprüfte Finanzdaten kommen werden. Die Tatsache, dass die Mazars Group, eine angesehene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, nur wenige Stunden nach den Zusicherungen von CZ die Verbindung zu Binance abgebrochen hat, hat die Zweifel an der finanziellen Stabilität der Börse ebenfalls weiter genährt.

Hinzu kommt, dass der CZ, vor Kurzem seinen Anteil an FTX in einer Transaktion im Wert von 2,1 Milliarden Dollar an deren Gründer Sam Bankman-Fried verkauft hat. CZ hat erklärt, dass er nur etwa 500 Millionen US-Dollar davon übrig hat, da sie in Form der stark abgestürzten Kryptowährung FTT gehalten wurden. CZ hat auch behauptet, dass er die 500 Millionen US-Dollar für eine Weile „tatsächlich vergessen“ hat. Dies hat einige dazu veranlasst, sich zu fragen, ob Binance möglicherweise am Ende verpflichtet sein könnte, die 2,1 Milliarden Dollar an die FTX-Opfer zurückzuzahlen, da die Transaktion möglicherweise als betrügerische Übertragung angesehen werden könnte und Konkursgerichte Transaktionen oft auch Jahre nach der Tat zurückfordern können.

Abflüsse von der Börse

Es gab auch Berichte über Nettoabhebungen von Binance in Milliardenhöhe in dieser Woche. Zwar hat die Börse die Abhebungen nicht gestoppt und es scheint auch keine Probleme bei der Bearbeitung dieser gegeben zu haben, doch haben die erheblichen Mittelabflüsse die Bedenken hinsichtlich der finanziellen Stabilität der Börse ebenfalls weiter verstärkt.

Insgesamt hat die Kombination aus dem Abbruch der Beziehungen zwischen der Mazars Group und Binance, den ausweichenden Antworten von CZ und dem Fehlen spezifischer Beweise zur Untermauerung der Zusicherung der finanziellen Stärke der Börse rote zahlreiche rote Flaggen gehisst und bei den Marktteilnehmern Besorgnis ausgelöst. Es gibt auch Befürchtungen, dass, selbst wenn Binance derzeit besichert ist, sich dies schnell ändern könnte, wenn es einen „Bankrun“ gibt oder wenn einer der größten Reservehalter von Binance Probleme bekommt. Wie der Investor Mike Alfred feststellte, befinden sich immerhin mehr als 70% der Finanzreserven der Kryptobörse in den Token BNB, BUSD und Tether. Ein gefährlicher Cocktail.

„Mehr als 70% der Reserven von Binance befinden sich in BNB, BUSD und Tether. Dies ist eine buchstäbliche Katastrophe, die nur darauf wartet, geschehen zu können. Was wird das Streichholz entzünden?“

@mikealfred

Alles nur „FUD“?

Dass es zahlreiche rote Flaggen gibt, die zumindest den Grund in gewisser Weise Anlass zur Sorge geben können, ist wohl kaum zu leugnen. Der seltsame Bericht von Mazars, der anschließend gelöscht wurde, ausweichende Antworten von CZ und das Vertrösten auf die Zukunft, die Sorge um Rückforderungen durch das Insolvenzgericht und der Reserven-Cocktail aus BNB, BUSD und Tether, können in ihrer Gesamtheit durchaus kritisch betrachtet werden.

Natürlich gibt es auch Gegenstimmen, die erklären, dass Binance Milliarden auf diversen öffentlich bekannten Adressen liegen habe. Außerdem ein funktionierendes Geschäftsmodell mit täglichen Umsätzen in Millionenhöhe. Im Gegensatz zu FTX und anderen Krypto-Unternehmen konzentrierte sich Binance auch während des Bullenmarktes stets auf ihr Kern-Business und gab keine Unmengen an Geldern für Werbe-Deals mit Profi-Sportlern, Models oder für Stadionnamen aus.

Gleichwohl ist Vorsicht in der Regel besser als Nachsicht. Wer sich in Anbetracht der Gerüchte dabei unwohl fühlt, weiterhin Gelder bei Binance (oder einer anderen Börse) zu verwahren, sollte sich schleunigst darum kümmern diese in die eigene Verwahrung zu nehmen.

„Binance wird nicht zusammenbrechen. Das ist so absurd.

Aber davon abgesehen ist es immer eine gute Idee, keine größeren Beträge bei Börsen liegen zu lassen.“

@rohmeo_de


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Quelle: Blocktrainer

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