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Erste Zinserhöhung seit 11 Jahren – Die EZB ändert ihren Kurs!

Jul 22, 2022

Nach 11 Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals die Zinsen wieder angehoben. Der Leitzins wurde von 0% auf 0,5% angehoben. Die EZB signalisierte weitere Zinsschritte, gerät aber aufgrund der hohen Verschuldung der südeuropäischen Länder immer weiter unter Druck.

Die EZB beendet ihre Nullzinspolitik

Die EZB erhöhte den Leitzins überraschend stark. Finanzexperten prognostizierten lediglich einen Zinssprung in Höhe von 0,25%. Grund für die Zinserhöhung ist die anhaltende hohe Inflation in der Eurozone, welche im Juni 8,6% betrug. Neben der Nullzinspolitik verabschiedete sich die EZB auch von ihrer Strafzinspolitik für Geschäftsbanken. Für diese entfällt der Negativzins, sollten diese ihr Geld bei der EZB parken.

„Der EZB-Rat hielt es für angemessen, einen größeren ersten Schritt auf dem Weg zur Normalisierung des Leitzinses zu unternehmen, als er auf seiner letzten Sitzung angekündigt hatte.“

Europäische Zentralbank

Zugleich stellten die Zentralbanker weitere Zinsschritte zur Bekämpfung der Inflation in Aussicht: Auf den nächsten Zinssitzungen wird eine weitere Normalisierung der Geldpolitik angemessen sein, so die europäischen Währungshüter. Auch EZB-Chefin Christine Lagarde erklärte auf Twitter die Gründe für die Entscheidung der Europäischen Zentralbank und signalisierte weitere Zinserhöhungen.

Die Anhebung der Zinssätze war der nächste Schritt auf unserem Weg zur Normalisierung der Geldpolitik, und es wird nicht der letzte sein.

Es sollte keinen Zweifel daran geben, dass wir uns für die Wahrung der Preisstabilität einsetzen.

Das ist unsere Aufgabe, und wir werden liefern.

@Lagarde

Die EZB stellt ihr Anti-Krisen-Programm vor

Um gegensätzlichen Marktdynamiken entgegenzuwirken, stellte die EZB ihr neues Anti-Krisen-Programm vor. Das Transmission Protection Instrument (TPI) soll den Ländern helfen, die aufgrund der Zinserhöhungen unter Druck geraten könnten.

Im Juni führte der Anstieg der italienischen Staatsanleihen zu einer Krisensitzung der europäischen Währungshüter. Ein Anstieg der Renditen der Staatsanleihen erschwert es dem Staat, sich auf dem Kapitalmarkt zu refinanzieren. Mit dem TPI-Programm stellt die EZB Anleihenkäufe in Aussicht, um die Rendite der Anleihen der jeweiligen Länder zu senken und damit eine neue Schuldenkrise in der Eurozone zu verhindern.

„Das TPI-Programm wird das Instrumentarium des EZB-Rats ergänzen und kann aktiviert werden, um ungerechtfertigten, ungeordneten Marktdynamiken entgegenzuwirken, die eine ernsthafte Bedrohung für die Transmission der Geldpolitik im Euroraum darstellen.“

Europäische Zentralbank

Die möglichen Anleihenkäufe des TPI-Programms sind unbegrenzt. Deshalb kann erwartet werden, dass die Europäische Zentralbank auch weiterhin als Kreditgeber letzter Instanz fungiert, sollten die südeuropäischen Länder unter Druck geraten.

Bitcoin als Profiteur

Die EZB signalisiert eine Stärke, welche sie jedoch nicht besitzt. Das TPI-Programm zeigt die Fragilität des Eurosystems. Sollten die Renditen der südeuropäischen Anleihen weiter steigen, wäre die EZB gezwungen, ihren Kurs der quantitativen Straffung zu ändern. Vor allem in Hinblick auf die politischen Unruhen in Italien könnte schon bald auf das Programm zurückgegriffen werden.

Die EZB versucht eine Gratwanderung zwischen quantitativer Straffung und quantitativer Lockerung. Ein entschlossenes Vorgehen, wie es bei der amerikanischen Zentralbank (FED) beobachtet werden kann, ist im Euroraum nicht möglich. Die FED hob den Leitzins in den letzten Monaten bereits um 1,5% an und bis Ende des Jahres soll dieser auf 3,5% steigen.

Der große Profiteur von der Unentschlossenheit der EZB kann der Bitcoin sein. Wie alle Risk-On Vermögenswerte musste der Bitcoin aufgrund der monetären Straffung in den letzten Monaten hohe Verluste verzeichnen. Solange die Zentralbanken die monetären Zügel anziehen, ist es für den Bitcoin schwierig wieder auf sein altes Niveau zurückzukehren.

Als Risk-On Vermögenswerte werden riskantere Anlageformen bezeichnet. Vor allem in Krisenzeiten stoßen Investoren diese ab, um dafür sogenannte Risk-Off Vermögenswerte wie den US-Dollar oder US-Anleihen zu kaufen.

Die hohe Schuldenlast der Länder lässt den Währungshütern aber keine andere Option, als die Zinsen langfristig zu senken. Die Frage ist, welche Zentralbank zuerst ihren Kurs zur Bekämpfung der Inflation ändern muss.

Die Europäische Zentralbank könnte die erste Zentralbank sein, die die derzeitige monetäre Straffung aufgibt und wieder zu einer lockeren Geldpolitik zurückkehrt. Die Aktivierung des TPI-Programms wäre dafür ein erster Indikator. Damit würde aber auch der politische Druck auf die FED steigen, ihre Geldpolitik ebenfalls zu lockern. Die starke Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar in den letzten Wochen hat gezeigt, dass amerikanische ohne europäische Geldpolitik nicht möglich ist.

Es ist unwahrscheinlich anzunehmen, dass die FED die monetären Zügel anzieht, während die EZB diese lockert. Sollte die FED von ihrem Kurs abweichen müssen und den Märkten wieder mehr Liquidität zur Verfügung stellen, hätte dies primär auf Risk-On Vermögenswerte positive Effekte. Bitcoin als der stark begrenzter Vermögenswert wäre vermutlich einer der größten Profiteure von dem Richtungswechsel der Währungshüter.

Bitcoin als Absicherung

Ein Bestandteil der Geldpolitik der EZB ist die zentrale Planung der Märkte. Das TPI-Programm verdeutlicht, dass es keinen natürlichen Marktmechanismus auf den europäischen Finanzmärkten mehr gibt, denn die EZB versucht aktiv, die Rendite der südeuropäischen Anleihen künstlich niedrig zu halten. Sollte die Europäische Zentralbank nicht in der Lage sein, die Märkte zentral zu koordinieren, kann Bitcoin als Absicherung für die Fehlkalkulationen der EZB dienen.

Im Bitcoin-Netzwerk wird im Durchschnitt alle 10 Minuten ein Block gefunden. Im Gegensatz zu der EZB ist diese inflationäre Eigenschaft nicht von wenigen zentralen Entitäten abhängig, sondern algorithmisch festgelegt. Die Zentralbanken betreiben ein gefährliches Spiel, wenn sie versuchen, die Märkte zentral zu koordinieren. Bitcoin ist die mathematische und algorithmische Absicherung, wenn sich die Zentralbänker verzetteln sollten.


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Quelle: Blocktrainer

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